Was Yoga mich gelehrt hat

Letztens hatte ich einen schönen Austausch mit einer ehemaligen Mitschülerin aus einer meiner ersten Yogaausbildungen. Wir sprachen darüber, was uns Yoga im Laufe der Zeit alles gelehrt hat — und wie tief diese «Praxis» unser Leben beeinflusst hat. Dieses Gespräch hat mich dazu inspiriert, meine eigenen Gedanken einmal aufzuschreiben.

Yoga ist für mich viel mehr als Bewegung auf der Matte. Es ist ein Weg, der mich immer wieder zurück zu mir selbst führt — zu mehr Ruhe, Klarheit, Vertrauen und Verbundenheit. Je länger ich Yoga praktiziere und unterrichte, desto mehr merke ich: Yoga formt nicht nur den Körper, sondern die Art, wie wir leben und das Leben wahrnehmen.

Am Anfang dachte ich bei Yoga vor allem an Asanas, an Flexibilität und an das gute Gefühl nach einer Praxis. Doch mit der Zeit habe ich verstanden, dass Yoga mich auf einer viel tieferen Ebene begleitet. Yoga hat mir beigebracht, langsamer zu werden, bewusster zu atmen und meinen Körper nicht als etwas zu sehen, das „funktionieren“ muss, sondern als ein Zuhause, das mich durchs Leben trägt.

Eine der wichtigsten Lektionen, die ich durch Yoga gelernt habe, ist Geduld. Nicht alles muss sofort gelingen. Nicht jede Haltung fühlt sich an jedem Tag gleich an. Nicht jeder Atemzug ist gleich leicht. Und genau darin liegt für mich die Schönheit: anzunehmen, was gerade da ist, ohne zu urteilen. Yoga hat mich gelehrt, mit mir selbst freundlicher zu sein — auch dann, wenn mir die Geduld einmal abhandenkommt.

Yoga hat mir auch gezeigt, wie wichtig es ist, auf die leisen Signale zu hören. Oft sind wir so sehr im Aussen, dass wir vergessen, was unser Inneres braucht. Yoga bringt mich immer wieder in Kontakt mit mir selbst — mit meiner Energie, meinen Grenzen, meinen Emotionen und meinem Bedürfnis nach Stille. Gerade in einer Welt, die oft schnell, laut und fordernd ist, ist das ein grosses Geschenk.

Was ich durch Yoga ausserdem gelernt habe: Loslassen ist nicht gleich Aufgeben. Manchmal bedeutet Loslassen, sich nicht an Erwartungen festzuhalten. Nicht an Perfektion. Nicht an dem Bild, wie etwas sein sollte. Sondern Raum zu schaffen für das, was wirklich ist. Auf der Matte wie auch im Leben.

Und vielleicht ist das die schönste Erkenntnis überhaupt: Yoga hat mir beigebracht, dass ich nicht erst „perfekt“ sein muss, um mit mir in Verbindung sein zu können. Ich darf einfach da sein — mit allem, was ich bin. Mit meinen Stärken und Unsicherheiten, mit meinen Sonnenseiten und Schattenseiten, mit Ruhe und Chaos, mit Leichtigkeit und Schwere. Genau das ist Yoga für mich.

Yoga ist für mich also nicht nur eine Praxis, sondern eine Erinnerung: an das Atmen, an das Fühlen, an das Vertrauen. An das Leben im Hier und Jetzt.

Und was hat dich Yoga gelehrt?

Rückblick auf eine besondere Outdoor-Yogastunde

Vor einigen Tagen durfte ich mit einer wunderbaren Gruppe wieder eine ganz besondere Yoga-Stunde unter freiem Himmel bei der Skihütte in Aeschiried erleben. Wir haben gemeinsam an diesem magischen Ort geübt – genau in der Zeit zwischen Sonnenuntergang und Mondaufgang. Allein dieser Moment in der Natur hat die Stunde zu etwas sehr Besonderem gemacht.

Es war schön zu spüren, wie ruhig und präsent die Atmosphäre von Anfang an war. Die Sonne stand tief, das Licht wurde weicher, und gleichzeitig war der Mond schon spürbar nah. Für mich war das ein wunderbarer Moment, um die Verbindung zwischen zwei Energien zu thematisieren, die uns auch im Yoga und im Alltag immer wieder begegnen: Sonnenenergie und Mondenergie.

Die Sonnenenergie steht für Wärme, Aktivität, Klarheit und Lebendigkeit. Sie ist die Kraft, die uns nach aussen bringt, uns bewegt und uns Energie schenkt. Die Mondenergie dagegen lädt uns ein, langsamer zu werden, nach innen zu spüren, loszulassen und zur Ruhe zu kommen. Genau diese beiden Qualitäten durften wir auch in unserer Praxis miteinander verbinden und ausbalancieren.

Zu Beginn nahmen wir uns bewusst Zeit, um anzukommen. Mit ein paar tiefen Atemzügen konnten wir den Alltag für einen Moment loslassen und ganz bei uns selbst ankommen. Der Atem half dabei, vom Tun ins Spüren zu kommen. Mit der Einatmung durfte Kraft und Klarheit in uns einfliessen, mit der Ausatmung durfte alles weicher werden, was gerade nicht mehr gebraucht wurde.

Die Praxis selbst war ein sanfter Vinyasa-Flow – mit Bewegung, Atem, Kraft und gleichzeitig genügend Raum für Ruhe und Anpassung. Mir ist es immer wichtig, dass sich jede Person während einer Stunde sicher und frei fühlen darf. Deshalb war auch diesmal jederzeit erlaubt, Pausen zu machen, Bewegungen zu verändern oder einfach einen Moment still zu werden. Yoga darf sich gut anfühlen und soll dort abholen, wo man gerade steht.

Besonders schön war für mich, wie gut die äussere Umgebung zur Praxis gepasst hat. Während draussen langsam der Tag in den Abend überging, konnten wir im Inneren ebenfalls etwas loslassen. Die Sonne verabschiedete sich und auch in uns durfte Raum entstehen – für Ruhe, für Vertrauen und für ein bisschen mehr Leichtigkeit.

In Savasana wurde diese Ruhe noch einmal ganz bewusst spürbar. Der Körper durfte schwer werden, getragen von der Erde, und alles durfte für einen Moment einfach losgelassen werden. Es war still, weich und sehr verbunden. Genau solche Momente berühren mich immer wieder besonders, weil sie zeigen, wie viel Kraft im Innehalten liegen kann.

Am Ende der Stunde kamen wir langsam wieder zurück, vertieften den Atem und nahmen uns noch einmal einen Moment zum Nachspüren: Wie fühle ich mich jetzt? Was hat sich verändert? Für mich sind genau diese Momente oft das Schönste an einer Yogastunde – wenn nach Bewegung, Atem und Achtsamkeit mehr Ruhe, Klarheit und Verbundenheit spürbar werden.

Ich bin sehr dankbar für diesen schönen Abend, die besondere Stimmung und die gemeinsame Praxis unter freiem Himmel. Solche Erlebnisse erinnern mich immer wieder daran, wie heilsam es ist, sich mit der Natur zu verbinden und sich selbst bewusst Zeit zu schenken.

Nächste Outdoor-Yoga Stunde in der Skihütte findet am 24. August 2026 statt.

Rückblick: SoulFlow Yoga-Retreat im Finel

Yoga-Retreat Finel Leissigen

Drei Tage voller Leichtigkeit, Tiefe und Verbindung – das SoulFlow Yoga-Retreat im Finel in Leissigen war auch dieses Jahr wieder etwas ganz Besonderes.

Schon beim Ankommen wurde spürbar, wie kraftvoll und besonders dieser Ort ist: der weite Blick über den Thunersee, die frische Bergluft und die ruhige, geborgene Atmosphäre des Finels haben uns sofort eingeladen, den Alltag hinter uns zu lassen und ganz im Moment anzukommen.

Gemeinsam durften wir in Flows eintauchen – mit sanften wie kraftvollen Yogaeinheiten, bewusster Atmung, Meditation und entspannendem Yoga Nidra. Besonders magisch waren die Yogastunden unter freiem Himmel: auf der Terrasse, mit Blick über den glitzernden Thunersee, getragen von der Weite der Natur. Momente, in denen alles still und gleichzeitig so lebendig wurde.

Ein weiteres Highlight waren die atemberaubenden Sonnenuntergänge, die uns am Abend begleitet haben. Der Himmel in warmen Farben, das Licht, das langsam über den See zieht – diese Augenblicke haben uns innehalten lassen und eine tiefe Ruhe und Dankbarkeit spürbar gemacht.

Neben der Zeit auf der Matte blieb Raum für genau das, was im Alltag oft zu kurz kommt: Einfach Sein. Ob beim Erkunden der Gegend zu Fuss, beim Lesen, beim Austauschen oder einfach beim Stillwerden – jede durfte ihren eigenen Rhythmus finden.

Ganz besonders war auch die wundervolle Frauengruppe, die dieses Retreat getragen hat. Es entstand ein herzlicher Raum voller Leichtigkeit und Verbundenheit. Begegnungen, die berühren und in Erinnerung bleiben.

Abgerundet wurde das Erlebnis durch die liebevoll zubereiteten, pflanzenbasierten Mahlzeiten von Joëlle. Mit viel Gespür, Kreativität und Hingabe hat sie Gerichte geschaffen, die nicht nur genährt, sondern wirklich berührt haben – ein Genuss mit allen Sinnen. Farben, Düfte und Aromen haben sich zu einer harmonischen Erfahrung verbunden, die das Retreat auf eine ganz besondere Weise bereichert und uns auch kulinarisch eintauchen liess.

Dieses Retreat war mehr als eine Auszeit – es war ein Eintauchen in die eigene Essenz, ein Auftanken in der Natur und ein Erinnern daran, wie gut es tut, sich selbst Raum zu schenken.

Von Herzen danke an alle, die dabei waren und diese besondere Zeit mitgestaltet haben.

Ich freue mich jetzt schon auf nächstes Jahr im Finel vom  28. – 30. Mai 2027.

Rückblick: NaturalFlow Yoga-Retreat auf der Elsigenalp

Das NaturalFlow Yoga-Retreat auf der Elsigenalp war eine wundervolle Einladung, ein verlängertes Wochenende voller Ruhe, Bewegung und Naturverbundenheit zu erleben – eingebettet in die kraftvolle Berglandschaft des Berner Oberlands.

Ende Frühling, als die Alpenwiesen zu blühen begannen und der Sommer sich langsam ankündigte, zeigte sich die Elsigenalp von ihrer schönsten Seite. Auf 1’794 Metern, umgeben von weiter Berglandschaft, klarer Alpenluft und einer wohltuenden Einfachheit, entstand ein Raum zum Auftanken, Loslassen und Entschleunigen – fernab vom hektischen Alltag.

Unsere gemeinsame Zeit auf und neben der Matte war geprägt von einem natürlichen Wechsel aus Aktivität und Ruhe. Fliessende Vinyasa-Sequenzen am Morgen, sanfte Yin- und MyoYin-Praxen am Abend sowie Meditationen und Yoga Nidra schenkten Raum, um anzukommen, loszulassen und den eigenen Körper wieder bewusst zu spüren.

Auch abseits der Yogamatte wurde das Retreat zu einem besonderen Erlebnis: gemeinsame Wanderungen durch die Berglandschaft, das Grillkorb-Erlebnis am Elsigsee, die achtsame Kräuterwanderung mit Noemi Beuret von Natur & Berge und stille Momente in der Natur. Ob beim Verweilen auf der Sonnenterrasse, beim Blick in die Weite der Berge oder beim gemütlichen Beisammensein unter dem klaren Sternenhimmel – immer wieder entstand diese tiefe Verbindung zur Natur und zu sich selbst.

Das Berghaus Elsigenalp mit seinem authentischen, urchigen Charme und der herzlichen Gastfreundschaft bot dafür den perfekten Rahmen. Die liebevoll zubereiteten, vegetarischen Mahlzeiten, das einfache und gemütliche Ambiente sowie die besondere Atmosphäre dieses Ortes machten es leicht, sich rundum wohlzufühlen und ganz im Moment anzukommen.

Ich blicke mit grosser Dankbarkeit auf diese Tage zurück – auf all die Begegnungen, das gemeinsame Erleben, die Gespräche, das Lachen und die stillen Momente. Es ist immer wieder berührend zu sehen, wie schnell eine vertrauensvolle, offene Gemeinschaft entsteht.

Das nächste NaturalFlow Yoga-Retreat auf der Elsigenalp findet vom 20. bis 23. Mai 2027 statt. Vielleicht spürst du schon jetzt die leise Einladung der Berge – ich freue mich, diesen besonderen Ort bald wieder gemeinsam mit wunderbaren Teilnehmerinnen zu erleben.

Surya Namaskar – Bedeutung und Geschichte des Sonnengrusses

Der Sonnengruss ist eine fliessende Abfolge dynamischer Yoga-Haltungen – und weit mehr als eine körperliche Übung. Er steht für den Gruss an die Sonne als Quelle allen Lebens, für den Kreislauf des Lebens, für Hingabe und das bewusste Verbinden von Atem und Bewegung.

Was bedeutet Surya Namaskar?

Im Sanskrit steht Surya für die Sonne, Namaskar für eine Geste des Ehrerbietens. Die Sonne gilt im Yoga als Symbol für göttliche Energie und Bewusstsein – das Licht, das Dunkelheit vertreibt und Leben ermöglicht. Den Sonnengruss zu praktizieren ist deshalb auch ein Akt der Dankbarkeit: für das Leben, für den neuen Tag, für die Energie, die uns trägt.

Je nach Yogatradition unterscheiden sich die genauen Abläufe. Was alle verbindet, ist der gemeinsame Kern: Atem, Bewegung und Ausrichtung in einem fliessenden Rhythmus.

Im Surya Namaskar werden 12 Asanas mit rhythmischem, fliessendem Atem und dynamischen Bewegungsabfolgen verbunden. Die Bewegungen folgen immer der Atmung. Die Zahl 12 symbolisiert die 12 Sonnenstunden des Tages und steht auch für die 12 Monate im Jahreskreis. Der Bewegungsfluss kann sowohl zügig als auch langsam durchgeführt werden.

Die Wirkung im Detail

Spirituell

Auf spiritueller Ebene symbolisiert jede Runde des Sonnengrusses einen vollständigen Zyklus: Entstehung, Entfaltung, Reife und Rückkehr – wie die Sonne selbst täglich auf- und untergeht. Die Bewegungen fliessen von aufrechtem Stand über tiefe Neigung bis zur ausgedehnten Länge und zurück, ein Spiegel des Lebens selbst. Zugleich ist der Sonnengruss eine Hommage an Surya als Symbol göttlicher Energie: Er drückt Dankbarkeit aus, sammelt den Geist und schafft den inneren Raum, um wirklich in der Praxis oder im Tag anzukommen.

Körperlich

Durch den Wechsel von Vor- und Rückbeugen wird fast jeder Muskel beansprucht. Der Körper wärmt auf, Muskeln dehnen sich, die Wirbelsäule mobilisiert.

Mental

Die Synchronisation von Atem und Bewegung schafft eine Meditation in Bewegung. Stress löst sich, innere Ruhe entsteht – Runde für Runde.

In der täglichen Praxis

Traditionell wird der Sonnengruss am Morgen praktiziert – um den Körper zu aktivieren und Energie für den Tag zu gewinnen. Aber auch in meinen abendlichen Vinyasa Stunden ist er immer ein fester Bestandteil. Er eignet sich hervorragend als Warm-up vor einer längeren Yogaeinheit, kann aber auch als eigenständige Routine genutzt werden. Schon zehn bis fünfzehn Minuten genügen, um eine spürbare Wirkung zu erleben.

SONNENGRUSS-WORKSHOP · ZUR SOMMERSONNENWENDE

Lerne den Sonnengruss in der Tiefe kennen

21. Juni 2026

Kein Tag im Jahr eignet sich besser als die Sommersonnenwende, um den Sonnengruss in seiner ganzen Kraft zu erleben. In diesem Workshop erkunden wir gemeinsam, was dahinter steckt – körperlich, atemtechnisch und im Bewusstsein. Für Anfänger und Erfahrene gleichermassen. Mehr Infos dazu findest du hier.

Impulse für mehr Leichtigkeit im Sommer

Ende Mai – und das Thermometer klettert bereits an die 30-Grad-Marke. Die ersten richtig heissen Tage sind da, leider oft begleitet von schwerer, schwüler Luft, die sich bis in die Nacht hinein hält – vor allem drinnen.

Die Hitze liegt auf der Haut, der Körper fühlt sich müde an und gleichzeitig unruhig. Gerade dann kann es wohltuend sein, bewusst langsamer zu werden und dem Körper gezielt Kühlung zu schenken – von innen und aussen.

Hier sind fünf Impulse, die dir an schwülen Abenden wieder mehr Leichtigkeit bringen können:

1. Kühlender Atem als Anker

Der Atem ist eines der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Werkzeuge, um Hitze im Körper auszugleichen.

Kühlende Atemtechniken wie Sitali oder Sitkari können helfen, das System zu beruhigen. Dabei wird langsam durch den Mund eingeatmet (über die gerollte Zunge oder die Zähne) und durch die Nase ausgeatmet. Schon wenige Atemzüge können eine spürbare Frische und Ruhe entstehen lassen.

2. Sanfte Yin-Praxis zur richtigen Zeit

An heissen, schwülen Tagen darf die Praxis bewusst ruhiger werden – vor allem am Abend.

Yin Yoga eignet sich hier besonders gut, da das lange, passive Halten der Positionen den Körper nicht zusätzlich aufheizt. Statt intensiver Bewegung entsteht Raum für Loslassen, Weite und ein sanftes Abkühlen von innen.

Besonders wohltuend sind Vorbeugen, hüftöffnende Haltungen oder sanfte Herzöffner wie zum Beispiel der liegende Schmetterling, eine ruhige Vorwärtsbeuge oder auch Bananasana (liegender Halbmond). Sie wirken beruhigend auf das Nervensystem und helfen, die oft angestaute Hitze des Tages auszugleichen.

Wenn möglich, verlege die Praxis in die frühen Morgenstunden oder in den späteren Abend. Ein schattiger Platz, frische Luft oder ein geöffnetes Fenster können dabei einen spürbaren Unterschied machen.

3. Beine hoch – minimaler Aufwand, maximale Wirkung

Wenn sich die Hitze im Körper staut und sich vor allem die Beine schwer oder müde anfühlen, kann eine einfache Umkehrhaltung am Abend unglaublich wohltuend sein.

Viparita Karani (Beine an der Wand) ist dafür ideal: Du liegst entspannt auf dem Rücken, die Beine ruhen an der Wand, optional mit leicht erhöhtem Becken auf einem Kissen oder Block. Der Rest des Körpers darf komplett loslassen. Im Yin Yoga heisst diese Umkehrposition «Wasserfall». Passend dazu stelle ich mir immer gerne vor, wie frisches, kühles, reinigendes Wasser durch meinen gesamten Körper fliesst und mich von innen kühlt.

Im Gegensatz zur längeren Yin-Praxis kann das hier eher ein kleines, unkompliziertes Reset-Ritual für zwischendurch oder vor dem Schlafengehen sein. Die Haltung wirkt beruhigend auf das Nervensystem, unterstützt den Kreislauf und kann helfen, die Hitze des Tages sanft aus dem Körper „abfliessen“ zu lassen.

Oft reichen schon ein paar Minuten, um wieder mehr Ruhe und Leichtigkeit zu spüren.

4. Kleine Rituale für schnelle Erfrischung

Oft sind es die kleinen Dinge, die sofort Wirkung zeigen.

Kühles Wasser an Händen, Füssen oder im Nacken kann den Körper schnell herunterkühlen. Auch ein feuchtes Tuch oder dezente ätherische Öle wie Pfefferminze oder Lavendel können unterstützend wirken und die Sinne beruhigen.

Was ich gerade für mich entdeckt habe: das Gesicht in eine Schüssel mit kaltem Wasser und Eiswürfeln tauchen. Das sorgt sofort für Frische, bringt den Kreislauf sanft in Schwung und hat gleichzeitig einen belebenden Effekt auf die Haut.

5. Leichtigkeit von innen

Auch Ernährung und Flüssigkeit spielen eine wichtige Rolle.

Leichte, wasserreiche Lebensmittel wie Gurke, Melone oder Beeren wirken erfrischend. Ausreichend zu trinken unterstützt den Körper zusätzlich. Viele schwören darauf, eher lauwarmen Tee als kaltes Wasser zu trinken – daran konnte ich mich bisher allerdings noch nicht ganz gewöhnen.

Schwere oder stark gewürzte Speisen am Abend können übrigens zusätzliche Hitze im Körper erzeugen.


Schwüle Abende laden dazu ein, bewusst Tempo herauszunehmen und feiner hinzuspüren. Mit kleinen, achtsamen Impulsen kann aus der Schwere wieder mehr Weite und Leichtigkeit entstehen.

Ich wünsche dir eine wunderschöne Sommerzeit! ☼

Yoga auf dem Niederhorn – Eine kleine Auszeit zwischen Himmel und Erde

Es gibt Orte, die berühren – still, kraftvoll und ganz tief. Das Niederhorn ist für mich genau so ein Ort.

Am 8. und 9. Mai haben wir uns aufgemacht, den Alltag hinter uns zu lassen und einzutauchen in die Weite der Berge, die frische Frühlingsluft und die besondere Ruhe der Natur. Schon die Anreise fühlte sich wie ein sanftes Ankommen an – Schritt für Schritt näher zu sich selbst.

Oben angekommen wurden wir von einem Panorama empfangen, das kaum in Worte zu fassen ist: schneebedeckte Gipfel in der Ferne, der Thunersee in tiefem Blau und dieses Gefühl von Weite. Genau hier durften wir unsere Yogamatten ausrollen und ins Wochenende starten.

Unsere Praxis war geprägt von Achtsamkeit, Erdung und Leichtigkeit zugleich. Sanfte Vinyasa-Flows am Morgen, begleitet vom Erwachen des Tages. Ruhige Yin Yoga Einheiten, die Raum geschaffen haben, tiefer zu sinken – in den Körper, in den Atem, ins Spüren.

Zwischen den Einheiten blieb Zeit für Stille, für Austausch und für das bewusste Erleben der Umgebung: die Farben des Sonnenuntergangs, das Rascheln des Windes, das Zwitschern der Vögel, die klare Bergluft auf der Haut und mit etwas Glück sogar die Beobachtung von Steinböcken.

Diese 24 Stunden haben einmal mehr gezeigt, wie besonders es ist, Yoga nach draussen zu verlegen – weg vom Gewohnten, hinein in die Natur. Dort, wo vieles einfacher wird und wir uns wieder als Teil eines grösseren Ganzen erleben.

Ich bin dankbar für alle, die diese kleine Auszeit mitgetragen und mit ihrer Offenheit bereichert haben. Genau diese Begegnungen machen meine «Arbeit» so wertvoll.

Das Niederhorn hat uns geerdet, inspiriert und entschleunigt. Und vielleicht nehmen wir alle ein Stück dieser Weite mit zurück in unseren Alltag.

Bis wir uns wieder auf der Matte begegnen – vielleicht wieder dort oben: am 12./13. August 2026 zur Sternschnuppennacht der Perseiden.

Was nährt dich wirklich?

In einer Welt, die oft laut, schnell und fordernd ist, verlieren wir leicht den Kontakt zu dem, was uns wirklich nährt. Wir greifen nach dem, was sofort verfügbar ist – Essen, Ablenkung, Termine, Verpflichtungen. Doch echte Nahrung geht tiefer.

Nahrung ist nicht nur das, was wir zu uns nehmen. Es ist auch das, was wir fühlen, denken und erleben.

Vielleicht ist es ein Moment der Stille am Morgen, bevor der Tag beginnt.
Vielleicht ist es ein bewusster Atemzug, der dich zurück in deinen Körper bringt.
Vielleicht ist es ein ehrliches Gespräch, das dich beflügelt.
Vielleicht ist es eine herzliche Umarmung, die dein Herz öffnet.

Im Yoga sprechen wir von „Prana“ – der Lebensenergie, die durch alles Lebendige fliesst. Prana ist nicht nur im Atem, sondern auch in der Natur, in Begegnungen, in Momenten von Präsenz und Achtsamkeit spürbar. Immer dann, wenn du dich wach, klar und verbunden fühlst, fliesst Prana frei.

Unsere moderne Lebensweise bringt diesen Fluss oft aus dem Gleichgewicht. Stress, Reizüberflutung oder auch innere Anspannung können dazu führen, dass wir uns müde, leer oder abgeschnitten fühlen.

Genau hier setzt Yoga an. Durch Bewegung, bewusste Atmung und achtsame Präsenz wird der Fluss von Prana wieder harmonisiert. In den Asanas öffnet sich der Körper, im Atem vertieft sich die Verbindung, und im Innehalten entsteht Raum, um wieder zu spüren. Es geht nicht darum, mehr zu tun – sondern feiner wahrzunehmen.

Alles, was dich lebendig fühlen lässt, nährt dich. Alles, was dich erschöpft, trennt dich ein Stück davon.

Die Frage ist also nicht nur: „Was brauche ich?“
Sondern vielmehr: „Was tut mir wirklich gut – auf allen Ebenen?“

Oft zeigt sich die Antwort ganz leise.
Nicht im Kopf, sondern im Körper.
In einem Gefühl von Weite.
In einem inneren „Ja“.

Vielleicht bedeutet es heute, langsamer zu werden.
Vielleicht bedeutet es, Grenzen zu setzen.
Vielleicht bedeutet es, dir selbst wieder zuzuhören.

Deine Yogapraxis auf der Matte kann ein Ort sein, an dem du genau das erforschst.
Ohne Druck. Ohne Ziel. Einfach im Spüren.

Denn am Ende ist das, was dich wirklich nährt, das, was dich näher zu dir selbst bringt und dich lebendig und verbunden fühlen lässt.

Und vielleicht beginnt alles mit einem bewussten Atemzug.

Die Outdoor-Yoga-Saison ist eröffnet 🌿

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen beginnt für mich jedes Jahr eine ganz besondere Zeit: Yoga unter freiem Himmel. Die Verbindung von Bewegung, Atem und Natur bekommt draussen eine ganz eigene Tiefe – lebendig, erdend und gleichzeitig unglaublich weit.

Dieses Jahr durften wir bereits zwei ganz magische Momente miteinander teilen.

Am 2. April haben wir uns trotz unverhofftem Schneefall bei der Skihütte in Aeschiried zum Sonnenuntergang getroffen. Die Luft war kühl und frisch, die Berge wunderschön schneebedeckt, und ich war begeistert, dass so viele Teilnehmerinnen trotz der kühleren Temperaturen dabei waren. Während die Sonne langsam hinter dem Niesen und den Wolken verschwand, wurde es still auf eine ganz besondere Art. Jede Bewegung fühlte sich bewusster an, jeder Atemzug klarer – ein kraftvoller Start in die Saison.

Nur wenige Wochen später, am 25. April, ging es früh am Morgen weiter – mit Yoga am See beim Schloss Spiez zum Sonnenaufgang. Das Licht, das sich langsam über dem Wasser ausgebreitet hat, die sanften Farben des Himmels und diese ruhige, fast meditative Stimmung – es war einfach wunderschön. Zwei ganz unterschiedliche Settings, und doch beide auf ihre Weise tief berührend.

Diese Erlebnisse zeigen mir immer wieder, wie wertvoll es ist, Yoga nach draussen zu bringen – raus aus dem Alltag, rein in die Natur.

Und das Schönste: Die Saison hat gerade erst begonnen.

In den kommenden Wochen warten noch weitere Outdoor-Sessions auf uns – an besonderen Orten, zu besonderen Zeiten und immer mit dem Ziel, Körper, Atem und Natur miteinander zu verbinden. Ob Sonnenaufgang am See oder Abenddämmerung in den Bergen – jede Einheit wird ihre eigene Stimmung mitbringen.

Ich freue mich sehr, wenn du dabei bist und wir gemeinsam weitere dieser kleinen, kraftvollen Auszeiten erleben.

Alle kommenden Daten findest du wie gewohnt hier auf meiner Website oder in der SportsNowApp unter «Workshops».

Bis bald draussen auf der Matte 💛