Yoga beginnt neben der Matte

Hast du schon länger kein Yoga mehr gemacht?

Ich bin Yogalehrerin – und trotzdem habe ich in den letzten sieben Tagen (wegen Weihnachtsferien und so) meine Matte kein einziges Mal ausgerollt. Und doch habe ich jeden Tag Yoga praktiziert.

Vielleicht machst auch du jeden Tag Yoga, ohne es zu merken. Dafür brauchst du keine Matte und keine besonderen Posen einzuehmen. Manchmal geschieht Yoga ganz leise im Alltag.

Viele verbinden Yoga vor allem mit Dehnung, Asanas und einem flexiblen Körper. Doch Yoga ist so viel mehr.
Nach Patanjali besteht der Yogaweg aus acht Pfaden – und die meisten davon begegnen uns mitten im Alltag.

Hier nur ein paar wenige Beispiele:

AHIMSA – Wenn du bewusst einkaufst, regionale, biologische und tierleidfreie Produkte wählst, praktizierst du Yoga.
SATYA – Wenn du aufhörst, Ausreden zu finden, und ehrlich sagst, was du fühlst, auch wenn es unbequem ist, praktizierst du Yoga.
SANTOSHA – Wenn du innehältst und dankbar bist, ohne immer mehr zu wollen, praktizierst du Yoga.
PRANAYAMA – Wenn du tief atmest, um dich zu spüren oder dich zu beruhigen, anstatt alles wegzudrücken, praktizierst du Yoga.
DHYANA – Wenn du still wirst und dir erlaubst, einfach zu sein, praktizierst du Yoga.

Yoga ist nicht immer sichtbar – es zeigt sich darin, wie du lebst, fühlst und handelst.
Es ist kein Ziel und keine äussere Form, sondern eine Haltung zum Leben.
Yoga beginnt nicht auf der Matte, sondern in dem Moment, in dem du bewusst bist.

Du kannst Yoga praktizieren, während du atmest, wenn du Konflikte ehrlich ansprichst, achtsam mit deinen Gedanken und Worten umgehst oder einfach innehältst und spürst, dass du da bist.

Patanjali beschreibt im achtgliedrigen Pfad: Yoga ist weit mehr als Asana.
Es ist Ethik, Achtsamkeit, Verbindung – eine innere Haltung, die durch dich wirkt.

Wie praktizierst du Yoga im Alltag, vielleicht ohne es bisher gewusst zu haben?